15.09.2026
Monitoring des ersten Betriebsjahres zur Abflugroute
Cindy S in der Fluglärmkommission veröffentlicht
Das FFR hat das erste Betriebsjahr der Abflugroute CINDY S umfassend ausgewertet. Die Ergebnisse bestätigen die Erwartungen zur Routenänderung. Neu hinzugekommen sind die vollständige Analyse von 12 Monaten Flugspuren, eine Lärmberechnung auf Basis der Verkehrsdaten von 2025, die Prüfung alternierender Routenszenarien sowie Lärmmessungen in Langen, Darmstadt-Wixhausen und Darmstadt-Kranichstein. Das ausführliche Monitoring ist damit bis auf wenige Punkte abgeschlossen. Die restlichen Ergebnisse werden im Konvent am 23.10.2026 veröffentlicht.
Monitoringergebnisse bestätigen erwartete Effekte
Die umfassende Auswertung des ersten Betriebsjahres bestätigt die bisherigen Erkenntnisse:
- Die Flughöhen entlang der Strecke haben sich nicht relevant verändert – ein Absinken der Flughöhe gegenüber dem alten Streckenverlauf ist nicht zu beobachten.
- Die Routentreue ist sehr hoch. Der Gesamtanteil der Direktfreigaben blieb konstant. Direktfreigaben erlauben es dem Piloten nach dem Start, die vorgesehene Flugroute vorzeitig zu verlassen und direkt in Richtung ihres Reiseziels zu fliegen.
- Verändert hat sich die räumliche Lage der Direktfreigaben: während Darmstadt-Wixhausen, Messel und Groß-Zimmern einen Anstieg direkter Überflüge über besiedeltes Gebiet zu verzeichnen haben, ist die Anzahl der direkten Überflüge in Weiterstadt, Dieburg und Roßdorf gesunken
Auch die ergänzende Lärmberechnung auf Basis der Verkehrsdaten 2025 zeigt, dass CINDY S gegenüber der alten Abflugroute die insgesamt bessere Lärmwirkung erzielt: Die Zahl der Hochbelästigten am Tag und der Aufwachreaktionen in der Nacht ist hier am niedrigsten. Bei den Lärmmessungen liegen nun die finalen Daten für Langen, Darmstadt Kranichstein und Darmstadt-Wixhausen vor.
- In Langen wurden Fluglärmdauerschallpegel von etwa 31 dB(A) am Tag bzw. 24 dB(A) in der Nacht festgestellt. Die Flugroute CINDY S leistet dort keinen relevanten Lärmbeitrag. Die Fluglärmwerte liegen mit mehr als 20 dB(A) weiterhin deutlich unter den im Fluglärmschutzgesetz festgelegten Grenzwerten, die zum Schutz der Wohnbevölkerung einen Lärmschutzbereich definieren.
- In Darmstadt-Kranichstein wurden Fluglärmdauerschallpegel von rund 39 dB(A) am Tag bzw. 31 dB(A) in der Nacht gemessen. Damit liegt der Stadtteil aufgrund der Einführung von CINDY-S nun auch deutlich unterhalb der Pegelhöhen des Lärmschutzbereichs.
- Im Norden von Darmstadt-Wixhausen konnte bei Betrachtung des gesamten Messzeitraums von 3 Monaten eine Zunahme um etwa 1 dB(A) auf 53,5 dB(A) am Tag bzw. um 3 dB(A)auf 47 dB(A) in der Nacht festgestellt werden. Begründet ist der Anstieg in der Verlagerung der Flüge vom Süden in den Norden von DAWixhausen.
- Die bereits im Juni 2026 veröffentlichten Lärmmessauswertungen zeigten – wie erwartet - in Darmstadt-Arheilgen und Weiterstadt Gräfenhausen gegenüber der alten Flugroute eine Abnahme der Lärmwerte, während die in Erzhausen und Egelsbach eine Zunahme der Lärmwerte zu verzeichnen war (vgl. Pressemitteilung vom 18.6.2026 - Ergebnisse der Lärmmessungen zur neuen Abflugroute Cindy S veröffentlicht / Forum Flughafen & Region).
Umfassende Beurteilung der Routenverlagerung fast abgeschlossen
Das Monitoring basiert auf einer außergewöhnlich großen Datenbasis von rund 65.000 (vorher) bzw. 70.000 (nachher) Abflügen über 12 Monate hinweg. Zusätzlich erfassten neun Messpunkte den Fluglärm: Fünf zentrale Stellen im Vorher-Nachher-Vergleich und vier weitere Kommunen (Langen, Messel, Darmstadt-Kranichstein, Groß-Zimmern) auf eigenen Wunsch im Nachher Vergleich. Weitere Vorher-Messungen hätten wegen zu geringer Erfassungsraten kaum nutzbare Daten geliefert.
Auswirkungen des Kurvenflugs
Das FFR hat sich zusätzlich mit der Frage beschäftigt, ob sich mögliche akustische Effekte des Kurvenflugs entscheidend auf die Bewertung auswirken. Ein Gutachten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ordnet die Berücksichtigung von Kurvenflügen wegen geringer Effekte als nachrangig ein. Je nach Lage sinken (Kurveninnenseite) bzw. steigen (Kurvenaußenseite) in den vom DLR untersuchten Szenarien die Schallereignis- und Maximalpegel um maximal 1 - 1,5 dB.
Im Bereich bis etwa 2,5 bis 3km dominieren laut Gutachten die lärmmindernden Effekte, während punktuelle Lärmzunahmen in größerem Abstand zur Kurve zu verzeichnen sind. Im Außenbereich einer Kurve liegt bei CINDY insb. Weiterstadt – hier wurden bereits messtechnisch Entlastungen in den mittleren Maximalpegeln bestätigt.
Auch unter Berücksichtigung der entlastenden und belastenden Effekte des Kurvenflugs ist somit keine wesentliche Änderung der Ergebnisse nach dem Frankfurter Fluglärmindex (FFI 2.0), der der Entscheidung über die Routenführung zugrunde lag, zu erwarten. Auch die gemessene Reduktion der mittleren Maximalpegel in Weiterstadt-Gräfenhausen deutet darauf hin, dass sich der Kurvenflug insgesamt nicht negativ auswirkt.
Weiteres Vorgehen
Ergänzend werden im Oktober die vollständigen Messergebnisse für Weiterstadt, Messel, Groß-Zimmern und die dritte Messung in Erzhausen veröffentlicht. Die nun vorgelegten Ergebnisse wurden bereits in der Fluglärmkommission (FLK) präsentiert und bilden die wesentliche Beratungsgrundlage für die Entscheidung über den Probebetrieb im Dezember.
Weitere Informationen
Im Konvent des FFR, in der FLK sowie auf der Aktiven-Schallschutz-Webseite des FFR wird regelmäßig öffentlich über die Ergebnisse und das Monitoring der Maßnahme informiert. Die Unterlagen zur Maßnahme werden im Anschluss an die Sitzungen hier veröffentlicht. Die FLK-Unterlagen finden sich auf der Webseite der FLK.