Pressemitteilungen

    Sozialmonitoring Flughafen Frankfurt und Region gestartet 18.01.2017



    Wissenschaftliches Team aus Göttingen und Osnabrück mit Entwicklung beauftragt / Etwa 50 Kommunen aktiv beteiligt


    Dietzenbach, 18. Januar 2017.
    Mit einem Sozialmonitoring beobachtet das Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) in Kelsterbach ab sofort die sozialräumliche Entwicklung im Umfeld des Frankfurter Flughafens. Unter anderem wird das neue Instrument Aussagen über die sozioökonomischen Auswirkungen des Flughafens auf die Region ermöglichen. Für die Durchführung wurde eine Forschungsgruppe des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen an der Georg-August-Universität (SOFI) und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), Osnabrück ausgewählt. Wissenschaftlicher Leiter ist Dr. Peter Bartelheimer (SOFI). Das Sozialmonitoring erfüllt eine Forderung der Kommunen im Umfeld des Flughafens und folgt den Empfehlungen aus dem Regionalen Dialogforum Frankfurt (RDF) im Anschluss an das Mediationsverfahren. Die Kosten von ca. 1,5 Millionen Euro für die Entwicklung des Sozialmonitorings trägt das Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH). Die ersten Ergebnisse werden für Ende 2017 erwartet. Das neue Instrument ergänzt das bereits bestehende Fluglärm- und Umweltmonitoring im UNH.

    Zum Auftakt des Sozialmonitorings trafen sich heute 54 Vertreterinnen und Vertreter beteiligter Kommunen sowie von Politik, Wirtschaft und Kirchen in Dietzenbach mit dem wissenschaftlichen Monitoring-Team. Sowohl kreisfreie Städte wie Frankfurt (Main), Wiesbaden und Mainz als auch viele kleinere Kommunen in direkter Nachbarschaft des Flughafens nehmen aktiv teil. „Ich freue mich sehr, dass bislang fast 50 Kommunen zugesagt haben. Das Monitoring wird dazu beitragen, die Entscheidungsgrundlagen kommunaler Sozialpolitik und Stadtentwicklungsplanung zu verbessern“, sagt Dirk-Oliver Quilling, Landrat des Landkreises Offenbach und Mitglied des Vorstandes des FFR.

    Entwicklung von Methoden für die Dauerbeobachtung
    In einer ersten Etappe entwickelt das Monitoring-Team Methoden und Indikatoren für eine spätere kontinuierliche Beobachtung. Es durchläuft alle Schritte eines Monitorings, um entscheiden zu können, welcher Umfang für eine Dauerbeobachtung der Flughafenregion geeignet ist. „Unser langfristiges Ziel ist es, den Kommunen im Umland des Flughafens fortlaufend Informationen zur Verfügung zu stellen, die frühzeitige Reaktionen auf erkennbare Entwicklungen erlauben“, erklärt Günter Lanz, Geschäftsführer des Umwelt- und Nachbarschaftshauses, und weiter: „Nach NORAH ist dies das zweite große Projekt, mit dem in Frankfurt wegweisend der Einfluss eines so großen und komplexen Gewerbegebietes auf das nähere und weitere Umland untersucht wird.“

    Individuelle Dossiers für teilnehmende Gemeinden
    Die teilnehmenden Kommunen erhalten eine auf sie zugeschnittene unabhängige wissenschaftliche Ergebnisdarstellung in Form von „Gemeindedossiers“. Zudem stellt das Monitoring-Team Informationen in einer Datenbank und in Form von interaktiven Karten online zur Verfügung. „Wir arbeiten transparent und nutzenorientiert“, sagt Dr. Peter Bartelheimer, Leiter des Projekts. „Der Erfolg des Projekts bemisst sich für uns auch daran, wie sich Städte und Gemeinden in die Entwicklung des Monitorings einbringen und wie sie es nutzen.“

    Vom Sozialmonitoring profitieren nicht nur kleinere Gemeinden, sondern auch die Städte, die bereits eigene Berichtssysteme etabliert haben. Denn die Sozialraumbeobachtung endet für sie künftig nicht mehr an der Stadtgrenze. Eine Beobachtung des Rhein-Main-Gebiets für Gemeinden und innerstädtische Teilgebiete nach einem gemeinsamen regionalen Ansatz gab es bisher in dieser Tiefe nicht. 

    Weitere Informationen finden Sie unter

    www.sozialmonitoring.de

     

     

    Kontakt

    Gemeinnützige Umwelthaus GmbH
    Henrik Gasmus
    Projektleitung Sozialmonitoring
    Tel.:+49 (0) 61 07- 98 868 29
    E-Mail: sozialmonitoring[at]umwelthaus.org

     

     

    ICANA 2016 – 4. Internationale Konferenz Aktiver Schallschutz 30.11.2016

     

    Aktiver Schallschutz an Flughäfen weltweit ein zentrales Thema – Schwerpunkt bei modernen Navigationsverfahren

    Annähernd 150 Teilnehmer aus Frankfurt und vielen weiteren deutschen und europäischen Flughafenregionen informierten sich auf der 4. Internationalen Konferenz Aktiver Schallschutz am Flughafen Frankfurt über neueste Navigationsverfahren, Forschungsergebnisse, europäische und internationale Lärmschutzpolitiken.

    Das Themenspektrum der Konferenz war breit gefächert, das Programm fokussierte dabei drei Schwerpunkte:


    – Erfahrungsberichte von Melbourne in Australien bis San Francisco in den USA
    – Berichte von verschiedenen Airlines sowie
    – Forschungsberichte von Projekten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.


    Ergänzt wurde das Programm von Beiträgen der ICAO und dem Luftfahrtforschungsprogramm SESAR der EU.

    Besonderes Augenmerk galt den Vorträgen zu modernen Navigationsverfahren: diese bilden zukünftig - neben dem Flottenrollover bei den Airlines, also dem Wechsel zu sparsameren und leiseren Flugzeugen - den zweiten Schwerpunkt für aktive Schallschutzmaßnahmen.

    In der Konferenz wurde einmal mehr deutlich, dass es durchaus noch ein nennenswertes Potential an Lärmminderung gibt, dieses jedoch ungleich schwerer und langwieriger zu nutzen ist, als durch die im Verhältnis einfacheren Maßnahmen der Vergangenheit.

    Umso erfreulicher ist das Ergebnis der LNAS-Flugversuche, vorgestellt vom DLR am 2. Tag der Konferenz als letzter Vortrag vor der abschließenden Podiumsdiskussion:

    Das Pilotenassistenzsystem, das die Flugzeugführer im Landeanflug auf den letzten 25 Meilen durch Hinweise zur optimalen Konfiguration unterstützen soll, hat alle Erwartungen erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen.
    Günter Lanz, Geschäftsführer des Umwelt- und Nachbarschaftshauses fasste das Resultat so zusammen: „Aus einer Dissertation am DLR mit unverständlichem Titel wurde in Zusammenarbeit von DLR, UNH, Condor und Piloten weiterer Airlines ein absolutes Win-Win-Projekt. Selbst unter den schwierigen Bedingungen im Volllastbetrieb am Flughafen Frankfurt werden die Anflüge um bis zu über 1 dB(A) im Maximalpegel leiser. Je Landeanflug sinkt gleichzeitig der Kerosinverbrauch um 10%, unter günstigen Bedingungen sogar bis 20%, gegenüber einem Anflug ohne das System auf den letzten 25 Meilen.

    Dieses Ergebnis hat Condor veranlasst, bereits jetzt einen längerfristigen Probebetrieb mit allen in Frankfurt stationierten A321 Maschinen zuzusagen.“
    UNH und DLR gehen davon aus, dass dieses erfolgreiche Projekt bald weitere Nachahmer unter den Airlines finden wird.

    Ein weiteres Projekt, das mit Unterstützung durch das UNH realisiert werden konnte, ist die Konzeption eines sicheren Anflugverfahrens, das eine Kombination von geradem mit gekurvtem Anflug erlaubt. „Speziell zugeschnitten auf die Frankfurter Situation versuchen wir eine längerfristig wirksame Maßnahme zu ermöglichen. Da es aktuell keine Richtlinien der ICAO für ein derartiges Verfahren gibt, ist es leider erst einmal nicht zulässig. Im Interesse der Anwohner wollen wir aber zukünftig auch dieses Entlastungspotential nicht ungenutzt lassen“ so Günter Lanz weiter.

     

    ICANA

    Die ICANA (International Conference on Active Noise Abatement /Internationale Konferenz Aktiver Schallschutz) wurde das erste Mal im Herbst 2010 vom FFR ausgerichtet. Auf der Konferenz sollen die für den Flughafen Frankfurt vorgesehenen Maßnahmen des aktiven Schallschutzes bekannt gemacht werden und ein internationaler Erfahrungsaustausch mit anderen Flughäfen, Flugsicherungsor-ganisationen und Luftfahrtgesellschaften etabliert werden, um den aktuellen Stand dieses Themas für Frankfurt nutzbar zu machen. Ein Schwerpunkt dieses Jahr lag auf den Möglichkeiten des aktiven Schallschutzes sowie auf internationalen Praxisbeispielen.

     

     

    Weitere Informationen

    www.umwelthaus.org  |  Gemeinnützige Umwelthaus GmbH 
    Ansprechpartnerin: Anna Röder  |  T +49 (0) 6107-98868-13
    anna.roeder[at]umwelthaus.org

     

     

    Weniger Fluglärm und geringerer Verbrauch – 3 Tage-Testflüge in Frankfurt mit dem DLR-Forschungsflugzeug ATRA für ein neues Projekt zum aktiven Schallschutz 26.09.2016

    Kelsterbach, 26.09.2016

    Fluglärm über bewohntem Gebiet vermindern und gleichzeitig Kerosin einsparen. Eine doppelte Verbesserung ist das Ziel in einem gemeinsamen Forschungsvorhaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des Umwelt- und Nachbarschaftshauses (UNH) in Kelsterbach. Mit dem Forschungsflugzeug A320 ATRA testet das DLR drei Tage lang vom 26. bis 28.9. ein Piloten-Assistenzsystem (Low Noise Augmentation System, LNAS) für ein lärmoptimiertes Anflugverfahren.

    Fahrwerk und Klappen lärmschonend einsetzen

    Oft ist es für Piloten schwierig, während der Landung – also der allgemein arbeitsintensivsten Phase eines Fluges – die optimalen Zeitpunkte zum Ausfahren der Klappen und des Fahrwerks so zu wählen, dass ein möglichst großer Teil der Landephase komplett im besonders leisen und treibstoffsparenden Leerlauf stattfinden kann. Als Ergebnis einer Doktorarbeit am DLR-Institut für Flugsystemtechnik in Braunschweig wurde ein Assistenzsystem entwickelt, das den Piloten über ein Display im Cockpit anzeigt, an exakt welchen Punkten sie welche Handlung durchführen müssen um auch mit den Vorgaben der Anfluglotsen einen optimalen Sinkflug zu gestalten. Das System wurde bisher schon erfolgreich im Simulator und bei ersten Forschungsflügen ohne umgebenden Flugverkehr getestet. Nun gilt es, den Realitätstest im Hochbetrieb des Frankfurter Flughafens zu bestehen. Die Wetterlage, schlechte Sichtbedingungen, das Gewicht eines Flugzeugs oder auch die Vorgaben der Flugsicherung beeinflussen jede Landung auf ihre Weise. Die DLR-Forscher wollen erfahren, wie sich diese schwankenden Einflüsse auf das neue Assistenzsystem auswirken und wie Berufspiloten auf das System reagieren. Deshalb werden Piloten verschiedener Airlines nacheinander im Cockpit des ATRA neben einem DLR-Testpiloten Platz nehmen und die Anflüge auf Frankfurt fliegen mal mit, mal ohne Assistenzsystem. Die Testflüge, die vom 26. bis zum 28. September stattfinden, werden mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) und dem Flughafen Frankfurt koordiniert. Vor den eigentlichen Flugtests wurden umfassende Versuche im DLR-Forschungssimulator AVES durchgeführt. „Wir freuen uns, das neu entwickelte Assistenzsystem jetzt in den Realitätscheck am größten Flughafen Deutschlands schicken zu können“, sagt Prof. Stefan Levedag, Leiter des DLR-Instituts für Flugsystemtechnik. „Es ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, nun die Eindrücke und Erfahrungen routinierter Airline-Piloten mit dem neuen System im anspruchsvollen Flughafenbetrieb Frankfurts mit seinem hohen Verkehrsaufkommen zu sammeln.“ Ein weiterer Vorteil sind die zahlreichen Lärmmessstellen, die im Umfeld des Flughafens eingerichtet sind. Durch sie kann der Lärmminderungseffekt der optimierten Anflugverfahren lokal quantifiziert werden.

    „Aus den Lärmmessdaten wissen wir, dass Anflüge sehr unterschiedliche Lautstärke entwickeln – selbst bei gleichem Flugzeugtyp. Wechselnde Luftdruck-, Wind- und Temperaturverhältnisse können das allein nicht erklären. Ich erhoffe mir von den Testflügen daher Hinweise, wie man die Anflüge systematisch so lärmarm wie möglich ausführen kann. Das wäre ein weiterer Beitrag zum aktiven Lärmschutz, und deshalb sind die 560.000 Euro Forschungsfördermittel des Landes hier gut angelegt“, so der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir.


    Umwelthaus fördert Forschungsprojekt mit 560.000 Euro
    Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus fördert das Projekt mit insgesamt 560.000 Euro. „Die Verbesserung der Lärmsituation für die Rhein-Main Region durch aktiven Schallschutz hat für das FFR oberste Priorität.. In der Zusammenarbeit mit dem DLR gelingt es uns immer wieder, neue und innovative Verfahren voranzubringen. Das Projekt LNAS hat einen ganz besonderen Reiz, denn hier kann es gelingen, Lärmreduzierung und Kerosineinsparung gleichzeitig zu erreichen“ so Günter Lanz, Geschäftsführer des UNH. „Neben der Aufbereitung von Fakten und der Durchführung von Monitorings ist es auch das Selbstverständnis unserer Arbeit, wissenschaftliche Studien und Forschungsprojekte zu beauftragen und so bestehende inhaltliche und fachliche Lücken zu schließen. Wir möchten so der Debatte rund um das Thema Fluglärm neue Impulse und auch innovativen Ideen eine Chance geben.“ Die Ergebnisse des Projektswerden im November 2016 auf der 4. ICANA 2016, der internationalen Konferenz zum aktiven Schallschutz, präsentiert und anschließend veröffentlicht.

    Die AG Perspektive (einer Arbeitsgruppe des FFR Expertengremiums Aktiver Schallschutz) begleitet das Projekt fachlich. Vertreter der Luftverkehrswirtschaft arbeiten hier gemeinsam mit Behörden und Vertretern von Kommunen, des DLR und der Fluglärmkommission an Maßnahmen des aktiven Schallschutzes, die eine mittel bis langfristige Realisierungsperspektive besitzen. „Die heute im Rahmen des DLR-Forschungsprojektes LNAS beginnenden Realtests an Deutschlands wichtigstem Luftverkehrsdrehkreuz unterstreichen einmal mehr unsere Anstrengungen im Forum Flughafen und Region aktive Schallschutzmaßnahmen voranzutreiben. Es ist gerade auch diese enge Zusammenarbeit aller Akteure aus der Forschung, der Luftverkehrsindustrie und der Politik, die Frankfurt zum internationalen Vorreiter in Sachen Schallschutz macht“ Anke Giesen, Vorstand Operations Fraport AG und Mitglied im Vorstand des FFR.

     

    Programm der Testflüge

    Das Programm umfasst insgesamt fünf Testflüge von jeweils 5 Stunden einschließlich Start, Anflug und Turnaround in Frankfurt auf die Landebahn Nordwest. Bei jedem Testflug wird der Flugkapitän, ein Pilot des DLR, von vier Piloten begleitet, die jeweils zwei Anflüge im normalen, operationellen Betrieb, einmal mit und einmal ohne Pilotenassistenzsystem durchführen. Die Reihenfolge der Piloten und Verwendung des Systems erfolgt so, dass ein Lerneffekt auszuschließen ist.

     

    Untersuchungen und Erwartungen

    Bei den Testflügen werden die Höhen- und Geschwindigkeitsprofile herkömmlicher Anflugverfahren auf ihr Potential bezüglich der Reduktion von Lärm, Treibstoffverbrauch und Flugzeit unter den Randbedingungen eines realen Flugbetriebs untersucht.

    Neben den konkreten Verbesserungen bezüglich Lärm und Präzision wird zunächst eine fehlerfreie Funktion des Prototyps im tatsächlichen Flugbetrieb erwartet. Gleichzeitig wird eine hohe Akzeptanz von Seiten der Piloten angestrebt.

     

     

    Hintergrundinformationen

    Assistenzsystem LNAS
    Das Assistenzsystem LNAS besteht aus den Teilen Vorabbahnplanung, Korrektur zur Laufzeit und einer energiebasierten Anzeige. Ausgehend von den verfügbaren Daten des A320 ATRA wurde ein vereinfachtes Simulationsmodell für die Vorabbahnplanung eines idealen vertikalen Anflugprofils erstellt. Dieses ideale vertikale Anflugprofil enthält optimale Zeitpunkte für das Setzen von Landeklappen, Fahrwerk und Geschwindigkeitssollwerten. Handelt der Pilot nach diesen Vorgaben, kann der Anflug von der Reiseflughöhe bis zur Stabilisierungshöhe mit minimalem Schub (üblicherweise mit „Leerlauf“ bezeichnet) durchgeführt werden. Zum Zeitpunkt dieser Planung befindet sich der Flieger idealerweise vor Beginn des eigentlichen Anfluges. An dieser Stelle gibt es als Windinformation typischerweise nur den Wind an der aktuellen Flugzeugposition und den Wind am Boden. D.h. alle Zwischenwerte können im ersten Schritt nur aus diesen beiden Werten interpoliert werden, da das genaue Windprofil nochunbekannt ist. Über eine geeignete Mensch-Maschine-Schnittstelle werden den Piloten neben dem Höhenprofil vor allem die vorausberechneten Verläufe der Geschwindigkeit in Form der Energiehöhe und die einzelnen Handlungspunkte symbolisch dargestellt. Während des Anfluges werden nun bei jeder neuen Höhe die aktuellen Werte des Winds erfasst und mit diesen das Windprofil für den gesamten Anflug verbessert. Zusammen mit möglichen Versäumnissen der Piloten (Handlungsschritt zu früh oder zu spät ausgeführt) oder möglichen Vorgaben der Luftraumüberwachung muss die ideale Handlungsabfolge somit ständig angepasst werden. Diese Anpassungen führt der Systemteil „Korrektur zur Laufzeit“ durch entsprechende Verschiebungen einzelner Handlungsschritte durch. Hierbei sind die Optimierungsziele für die Anpassungen stets die Einhaltung der Stabilitätsbedingungen beim „1000 Fuß“-Gate, sowie eine möglichst niedrige Triebwerksdrehzahl und die vollständige Vermeidung von Störklappen.

    Airbus A320-232 D-ATRA

    Das größte Flottenmitglied, der Airbus A320-232 "D-ATRA", ist seit Ende 2008 für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Einsatz. ATRA (Advanced Technology Research Aircraft) ist eine moderne und flexible Flugversuchsplattform, die nicht nur größenmäßig einen neuen Maßstab für fliegende Versuchsträger in der europäischen Luftfahrtforschung setzt.

     

    Technische Daten:
    Länge: 37,57 Meter
    Höhe: 11,76 Meter
    Spannweite: 34,10 Meter
    Kabinenlänge: 29,10 Meter
    Kabinenbreite: 3,7 Meter
    Kabinenhöhe: 2,4 Meter
    Sitzplätze: maximal 180
    Leergewicht: 42,3 Tonnen
    Gesamtgewicht: maximal 75,5 Tonnen
    Antrieb: zwei Triebwerke von International Aero Engine V2500
    Schub: je 111 Kilonewton
    Reichweite: 5500 Kilometer (2.970 NM)
    Flughöhe: maximal 11.900 Meter (39.000 Fuß)
    Geschwindigkeit: maximal 870 km/h (0.82 Ma)
    Flugdauer: Für Testbetriebe bis zu 6:30 Stunden
    Tankkapazität: 18.728 kg / 23.858 Liter
    Ursprüngliche Nutzung: Zivile Nutzung – Passagierflugzeug
    DLR-Flugbetrieb: Braunschweig

     

     

    Weitere Informationen


    Gemeinnützige Umwelthaus GmbH
    www.umwelthaus.org

    Ansprechpartnerin:
    Susanne Conrad
    T +49 (0) 61 07-98 86 8-11
    susanne.conrad[at]umwelthaus.org


    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
    www.dlr.de

    Ansprechpartner:

    Falk Dambowsky, PR
    Tel: +49 (0) 2203 601-3959
    falk.dambowsky[at]dlr.de

    Prof. Stefan Levedag, FT
    Tel: +49 (0) 531 295-3108
    stefan.levedag[at]dlr.de

    Oliver Brieger, FX
    Tel.: +49 (0) 531 295-2800

     

     

    Weniger Fluglärm am Frankfurter Flughafen:DLR stellt vom Umwelthaus geförderte Forschungsprojekte vor 24.11.2015

    Kelsterbach, 24.11.2015 Fluglärm über bewohntem Gebiet vermindern. Das ist die Motivation zweier Forschungsvorhaben, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) heute gemeinsam mit dem Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) in Kelsterbach, einer Tochter des Landes Hessen und Teil des Forums Flughafen und Region (FFR), vorgestellt hat. Im Auftrag des UNH wird das DLR voraussichtlich im Spätsommer 2016 ein Piloten-Assistenzsystem für ein lärmoptimiertes Anflugverfahren mit dem Forschungsflugzeug A320 ATRA im Regelbetrieb des Flughafens Frankfurt testen. Außerdem untersucht das DLR in einem weiteren Forschungsprojekt, wie sich der segmentierte Anflug zur Lärmentlastung von dichtbesiedelten Siedlungsschwerpunkten, von den verkehrsarmen Randzeiten auf weitere Tageszeiten mit mehr Flugverkehr übertragen lässt. Auch dieses Projekt wird vom UNH gefördert.
     

    Fahrwerk und Klappen lärmschonend einsetzen

    Oft ist es schwierig für Piloten während der Landung, der allgemein arbeitsintensivsten Phase eines Fluges, unter Berücksichtigung der vorgegeben Geschwindigkeiten die optimalen Zeitpunkte zum Ausfahren der Klappen und des Fahrwerks so zu wählen, dass ein Teil der Landephase komplett im besonders leisen und treibstoffsparenden Leerlauf stattfinden kann. Dafür hat das DLR-Institut für Flugsystemtechnik in Braunschweig ein Assistenzsystem entwickelt,  das den Piloten über ein Display im Cockpit anzeigt, an exakt welchen Punkten sie welche Handlung durchführen müssen. Das System wurde bisher schon erfolgreich im Simulator und bei ersten Forschungsflügen ohne anderen umgebenden Flugverkehr getestet. Nun gilt es, den Realitätstest im Hochbetrieb des Frankfurter Flughafens zu bestehen.
    Die Wetterlage, schlechte Sichtbedingungen, das Gewicht eines Flugzeugs oder auch die Vorgaben der Flugsicherung beeinflussen jede Landung auf ihre Weise. Die DLR-Forscher wollen erfahren, wie sich diese schwankenden Einflüsse auf das neue Assistenzsystem auswirken und wie Berufspiloten auf das System reagieren. Deshalb werden Piloten verschiedener Airlines nacheinander im Cockpit des ATRA neben einem DLR-Testpiloten platznehmen und die Anflüge auf Frankfurt fliegen. Die Testflüge sind an drei aufeinanderfolgenden Tagen geplant und werden zuvor mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) und dem Flughafen Frankfurt koordiniert. Vor den eigentlichen  Flugtests werden umfassende Versuche im DLR-Forschungssimulator AVES durchgeführt. „Frankfurt mit seinem hohen Flugverkehrsaufkommen ist ein ideale Bewährungsprobe für unser neues Assistenzsystem“, sagt der Projektleiter Dr. Fethi Abdelmoula . „Bei den Tests können wir über die bestehenden Lärmmesstellen im Umfeld des Flughafens sehr gut bestimmen, wie deutlich die Lärmminderung mittels der optimierten Anflugverfahren ausfällt.“
     
     

    Siedlungsschwerpunkte häufiger umfliegen

    Im zweiten heute vorgestellten DLR-Forschungsprojekt geht es um die Ausweitung lärmentlastender Anflugrouten. Bereits heute gibt es die Möglichkeit, den Flugverkehr in den verkehrsarmen Randzeiten um dicht besiedelte Siedlungsschwerpunkte herum zu lenken. „Bei diesen Anflügen drehen die Piloten erst vergleichsweise spät in den direkten Anflug auf die Landebahn ein“, erklärt Dr. Bernd Korn vom DLR-Institut für Flugführung. „Das ermöglicht davor eine größere Flexibilität der Routenführung und damit eine Lärmentlastung dichtbesiedelter Gebiete.“
    In den Hochverkehrszeiten ist dieses Anflugverfahren in Frankfurt noch nicht einsetzbar. Denn nach derzeitigen internationalen Regularien dürfen die beiden Parallelbahnen des Flughafens nur mit klassischen ILS-Anflugverfahren unabhängig betrieben werden. Das allerdings ist zwingend notwendig, um ausreichend vielen Flugzeugen eine Landung in den verkehrsreichen Zeiten zu ermöglichen.
    Das DLR-Institut für Flugführung hat in mehrjähriger Forschungsarbeit ein Sicherheitskonzept entwickelt, das die lärmentlastende Routenführung auch im nötigen Parallelbahnbetrieb erlaubt und sich dabei auf moderne Navigationstechnologien des Flugzeugs stützt. „Derzeit stimmen wir das Konzept mit Boeing in Seattle ab“, sagt Korn, der im Braunschweiger DLR-Institut die Abteilung Pilotenassistenz leitet. „Bisher haben wir da nur positive Rückmeldungen bekommen“ Im nächsten Schritt werden weitere Versuche im Validierungszentrum Luftverkehr des DLR in Braunschweig durchgeführt. Anschließend ist geplant, das Konzept der unabhängig segmentierten Parallelanflugverfahren gemeinsam mit Boeing bei der international zuständigen Luftfahrtbehörde ICAO (International Civil Aviation Organization) vorzustellen und es als akzeptierten Standard aufnehmen zu lassen.
     
     

    Umwelthaus fördert Forschungsprojekte
    mit 950.000 Euro

     
    Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus fördert beide DLR –Projekte mit insgesamt 950.000 Euro, die Projekte werden 1 bzw. 3 Jahre dauern. „Ich freue mich sehr, dass wir zwei vielversprechende Projekte finanziell fördern können, die insbesondere für die Rhein-Main Region eine Verbesserung der Lärmsituation bewirken könnten.“ so Günter Lanz, Geschäftsführer des UNH. „Das Selbstverständnis unserer Arbeit ist es, neben der Aufbereitung von Fakten und der Durchführung von Monitorings, auch durch die Beauftragung von wissenschaftlichen Studien und Forschungsprojekten, inhaltliche und fachliche Lücken zu schließen. Somit werden neue Impulse in der Debatte gesichert und auch innovative Ideen bekommen eine Chance.“ Die Ergebnisse der Projekte werden auf der Internetseite des Umwelthauses (www.umwelthaus.org) für jedermann verständlich aufbereitet.
    Beide Forschungsprojekte werden  fachlich von der AG Perspektive( einer Arbeitsgruppe des FFR Expertengremiums Aktiver Schallschutz) begleitet. Vertreter der Luftverkehrswirtschaft arbeiten gemeinsam mit Behörden und Vertretern von Kommunen,  des DLR und der Fluglärmkommission an Maßnahmen des aktiven Schallschutzes, die eine mittel bis langfristige Realisierungsperspektive besitzen. „Die beiden neuen Forschungsprojekte ergänzen hervorragend die bisherigen Arbeiten des FFR“, erklärt Stefan Mauel, Fraport AG , Leiter der FFR AG Perspektive.


     
    Weitere Informationen

     
    Umwelt- und Nachbarschaftshaus
    www.umwelthaus.org  |  Gemeinnützige Umwelthaus GmbH 
    Ansprechpartnerin: Johanna Schewe  |  T +49 (0) 61 07-98 86 8-11
    johanna.schewe@umwelthaus.org
     
     
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
    www.dlr.de

    Ansprechpartner:
    Falk Dambowsky, PR,  Tel:  02203 601-3959, falk.dambowsky[at]dlr.de
    Dr. Fethi Abdemoula, FT
    Dr. Bernd Korn, FL

    NORAH-Studie: Antworten auf Kritik vorgelegt 04.11.2015

    Autorinnen und Autoren der am vergangenen Donnerstag veröffentlichten NORAH-Studie geben heute erste Antworten auf die Kritik an ihrer Arbeit. Sie widersprechen damit den am Freitag von drei Medizinern geäußerten Zweifeln an der Aussagekraft der Studie. Eine ausführlichere wissenschaftliche Stellungnahme ist in Vorbereitung.

     

    Interessierte finden die Antworten des NORAH-Konsortiums ab sofort auf der NORAH-Website www.laermstudie.de. Zur öffentlichen Diskussion um NORAH in den vergangenen Tagen erklärt Studienleiter Prof. Dr. Rainer Guski von der Ruhr-Universität Bochum: „Einige Argumente wirken vorgeschoben, weil sie an der wissenschaftlichen Debatte vorbei zielen. Offensichtlich wird jetzt die Finanzierung von zehn Prozent durch die Fraport AG benutzt, um NORAH als interessengeleitet zu diskreditieren. Die Studie verdient es aber, wissenschaftlich diskutiert zu werden.“ An der Finanzierung von NORAH waren auch Kommunen beteiligt. Sie hatten ebenfalls ausschließlich Einfluss auf die Fragestellungen der Studie.

     

    „Das Konsortium hat über 2.500 Seiten wissenschaftliche Berichte vorgelegt. Auch die Stellungnahmen des Wissenschaftlichen Beirates sind veröffentlicht. Einige der Kritikpunkte hätten sich geklärt, wenn die Unterlagen genau angeschaut worden wären“, sagt Prof. Wolfgang Hoffmann, Epidemiologe an der Universität Greifswald und Mitglied des unabhängigen Wissenschaftlichen Beirates Qualitätssicherung (WBQ) der Studie. Gemeinsam mit den anderen Experten des Beirates hat er die Studie von Anfang an kritisch geprüft und begleitet. In den nächsten Wochen werden die jeweiligen Modulleiter die sie betreffenden Fragen in Abstimmung mit dem WBQ beantworten. In seiner bereits vorliegenden Gesamtstellungnahme bescheinigt der WBQ der NORAH-Studie „insgesamt ein hohes methodisches Niveau“ und bezeichnet sie als „wegweisend in der Lärmwirkungsforschung“.

     

    Zurzeit informiert das Umwelt- und Nachbarschaftshaus gemeinsam mit den NORAH-Wissenschaftlern und Vertretern des WBQ die Menschen in der Region über die Studienergebnisse: In den vergangenen zwei Tagen führten sie einen Workshop mit Vertretern der Kommunen durch. Heute sprechen sie ab 19 Uhr auf einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Rathaus in Rüsselsheim am Main. Am 12. und 13. November steht NORAH im Mittelpunkt der 3. Internationalen Konferenz Aktiver Schallschutz (ICANA) in Frankfurt, die das Umwelthaus organisiert. „Wir laden alle Wissenschaftler und Experten zu dieser Konferenz ein. Das ist der richtige Ort, um Methoden, statistische Verfahren und Ergebnisse der NORAH-Studie ausführlich zu diskutieren“, sagt Günter Lanz, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Umwelthaus GmbH, die die Studie 2011 beauftragt hatte.

     

    NORAH-Pressebüro des Umwelthauses

    Julia Seimel

    Mann beißt Hund – Agentur für Kommunikation GmbH

    Tel.: +49 (0)40-89 06 96-14 | E-Mail: js@mann-beisst-hund.de

    www.mann-beisst-hund.de

     

    Gemeinnützige Umwelthaus GmbH

    Johanna Schewe

    Tel.: +49 (0) 61 07-98 86 8-11

    E-Mail: johanna.schewe@umwelthaus.org

    www.umwelthaus.org

    Lärmwirkungsstudie NORAH abgeschlossen 30.10.2015

     

    Die bislang umfassendste Studie zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Verkehrslärm zeigt differenzierte Ergebnisse. Einerseits wurde für alle drei Verkehrslärmarten (Flug, Straße und Schiene) festgestellt, dass sie teilweise Auswirkungen auf die physische und psychische Lebensqualität der Betroffenen sowie auf die Gesundheit haben. Andererseits sind die gesundheitlichen Risiken von Verkehrslärm insgesamt geringer, als teilweise im Vorfeld im öffentlichen Raum angenommen. Effekte auf den Blutdruck sind nicht nachweisbar. Verkehrslärm kann jedoch das Risiko für Depression und Herzschwäche erhöhen. Die Belästigung durch Fluglärm ist an allen untersuchten Flughäfen in den letzten Jahren stark gestiegen. Anwohner schlafen seit Einführung der Kernruhezeit (Nachtflugverbot) am Flughafen Frankfurt besser.

    Frankfurt, 29. Oktober 2015. Die Autoren der NORAH-Studie stellten heute in Frankfurt die Ergebnisse der bisher umfassendsten Untersuchung der Wirkungen von Verkehrslärm der Öffentlichkeit vor. Fast fünf Jahre lang haben acht wissenschaftliche Institutionen und ein Ingenieurbüro die Auswirkungen von Flug-, Straßen- und Schienenlärm auf den Menschen erforscht. Die Untersuchungen fanden am Flughafen Frankfurt und in der Rhein-Main-Region sowie an den Vergleichsstandorten Köln/Bonn, Berlin und Stuttgart statt. Beim Herzinfarkt konnte nur in einer Teilgruppe ein statistisch signifikanter Zusammenhang mit Fluglärm gefunden werden, beim Schlaganfall gab es keine klare Tendenz. Eindeutige Zusammenhänge gab es hingegen mit Straßen- und Schienenlärm. Ein Zusammenhang zeigte sich zwischen dauerhaftem Verkehrslärm und dem Auftreten von Depression und Herzschwäche. Dieser Zusammenhang gilt für alle drei untersuchten Verkehrsarten, also Straße, Schiene und Flugverkehr. Bei Depression zeigte Fluglärm den höchsten Effekt, bei Herzschwäche der Schienenlärm. Eine Erhöhung des Blutdrucks durch lang andauernden Fluglärm konnten die Wissenschaftler ebenfalls nicht nachweisen. Dieses Ergebnis widerspricht Hinweisen aus einigen bisherigen Studien. Die hohe Studienqualität festigt dieses Ergebnis jedoch: Es beruht auf weitaus mehr Blutdruck-Messungen und genaueren akustischen und Befragungsdaten. Insgesamt sind die von NORAH nachgewiesenen gesundheitlichen Risiken durch Fluglärm geringer als bisher angenommen.

     

    Belästigung durch Fluglärm gestiegen

    Generell fühlten sich die Anwohner des Frankfurter Flughafens durch Fluglärm mit gleichem Dauerschallpegel stärker belästigt als in früheren Studien. Auch an den untersuchten Vergleichsflughäfen lag die Belästigung deutlich über den EU-Standardkurven, die zum Beispiel für die Umgebungslärmrichtlinie der EU verwendet werden. Im Vergleich zu den Flughäfen Köln/Bonn und Stuttgart fühlen sich Menschen in Frankfurt bei gleichem Lärmpegel stärker belästigt. Die Belästigung stieg nach Eröffnung der Landebahn Nordwest im Jahr 2011 zunächst an und sank 2013 geringfügig ab. Die Wissenschaftler sprechen von einem „Change Effekt“ im Zusammenhang mit dem Ausbau des Flughafens. Sie konnten auch nachweisen, dass Fluglärm die Menschen stärker stört als Straßen- oder Schienenlärm. Ein differenziertes Bild ergibt sich auch bei den Wirkungen auf den Schlaf: Die NORAH-Schlafstudie zeigt, dass Anwohner des Flughafens seit Einführung der nächtlichen Kernruhezeit 2011 (Nachtflugverbot) besser durchschlafen. Dennoch fühlen sie sich morgens häufiger müde – bei gleichem Lärm. Personen, die dem Flugverkehr gegenüber eher kritisch eingestellt sind, schlafen schlechter als Luftfahrtbefürworter.

     

    Umfassende Qualitätssicherung

    „NORAH ist ein Meilenstein der Lärmwirkungsforschung. Viele Zusammenhänge wurden nie zuvor in der hier realisierten Breite und Tiefe untersucht“, sagt Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsmitglied des Frankfurter Forums Flughafen und Region (FFR). Alle Ergebnisse seien durch das einstimmige Votum des Wissenschaftlichen Beirats Qualitätssicherung abgesichert, der die Studie fortlaufend begleitet und überwacht hat. Wörner weiter: „Zunächst einmal finde ich es beruhigend, dass die von vielen befürchteten schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch den Flugverkehr im Rhein-Main-Gebiet nicht zu erkennen sind. Entscheidend sind hierfür nicht nur direkte gesundheitliche Wirkungen, sondern auch die Beeinträchtigung der Lebensqualität und das hohe Maß an Belästigung, das in der Studie festgestellt wurde. Dabei – das zeigt die Studie deutlich – geht es nicht nur um Fluglärm. Verkehrslärm insgesamt stellt ein relevantes Thema dar, so dass auch bei der Straße und Schiene der Lärmschutz eine entsprechende Beachtung bekommen muss.“

     

    Sorgsamer Umgang mit Ergebnissen

    Insgesamt schaffe die Studie in vielen Bereichen Klarheit, zeige aber auch noch vorhandenen Forschungsbedarf auf. Dies gelte zum Beispiel für die bisher eher lückenhafte akustische Datenbasis im Bereich Straßen- und Schienenverkehr.

    Der Vorstand des FFR appelliert an alle Interessierten, Politiker wie Bürger, Luftfahrtbefürworter wie -gegner, mit den hochkomplexen Ergebnissen sorgsam um-zugehen und jede extreme Interpretation sowie voreilige Schlussfolgerungen zu vermeiden. Wörner: „Das Konsortium hat über 2.500 Seiten Ergebnisberichte vorgelegt. Wir müssen jetzt gründlich analysieren, welche Konsequenzen wir aus diesem Datenschatz ziehen können und müssen.“

     

    Übersicht der Teilstudien

    Das NORAH-Konsortium stellte heute die Ergebnisse der folgenden NORAH-Teilstudien vor:

    ·         Lebensqualitätsstudie

    ·         Studie zu Krankheitsrisiken

    ·         Schlafstudie

    ·         Blutdruckstudie

    Die NORAH-Kinderstudie wurde bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht.

     

    Der Vorstand des FFR

    Der Vorstand des FFR besteht aus drei Mitgliedern:

    Frau Anke Giesen, Fraport Vorstand

    Herr Oliver Quilling, Landrat Kreis Offenbach

    Herr Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der ESA

     

    Die NORAH-Studie

    Die Lärmwirkungsstudie NORAH (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health) ist international die bislang umfangreichste Studie zu den Auswirkungen des Lärms von Flug-, Schienen- und Straßenverkehr auf die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung. Im Forschungskonsortium von NORAH haben sich neun renommierte Forschungs- und Fachinstitutionen aus Medizin, Psychologie, Sozialwissenschaft, Akustik und Physik zusammengeschlossen. Die Untersuchungen wurden vornehmlich im Rhein-Main-Gebiet sowie teilweise auch in den Regionen um die Flughäfen Berlin-Brandenburg, Köln/Bonn und Stuttgart durchgeführt. Auftraggeber der NORAH-Studie ist die Umwelt- und Nachbarschaftshaus GmbH (UNH) in Kelsterbach, eine Tochtergesellschaft des Landes Hessen. An der Finanzierung der Studie waren neben dem Land Hessen die Kommunen, Fraport, Luftverkehrsgesellschaften und das UNH beteiligt.

     

    Wenn Sie mehr über die NORAH-Studie erfahren möchten, besuchen Sie die Website www.laermstudie.de, rufen Sie uns an oder fordern Sie per E-Mail eine oder mehrere der Broschüren als PDF an:

     

     

    ·         NORAH Wissen 10: Schlafstudie – Ergebnisse

    ·         NORAH Wissen 11: Blutdruckstudie - Ergebnisse

    ·         NORAH Wissen 12: Studie zu Krankheitsrisiken - Ergebnisse

    ·         NORAH Wissen 13: Lebensqualitätsstudie – Ergebnisse

    ·         NORAH Wissen 14: NORAH-Studie – Ergebnisse gesamt

     

    Bildmaterial

    Auf www.laermstudie.de finden Sie aktuelle Fotos der Pressekonferenz ab dem Nachmittag des 29.10.

     

    NORAH-Pressebüro des Umwelthauses

    Julia Seimel

    Mann beißt Hund – Agentur für Kommunikation GmbH

    Tel.: +49 (0)40-89 06 96-14 | E-Mail: js@mann-beisst-hund.de

    www.mann-beisst-hund.de

     

    Forum Flughafen und Region | www.forum-flughafen-region.de 
    Ansprechpartnerin: Johanna Schewe | T +49 (0) 61 07-98 86 8-11

    johanna.schewe@umwelthaus.org

    Sozialmonitoring rund um den Flughafen Frankfurt untersucht sozioökonomische und sozialräumliche Entwicklung 09.10.2015

    Kelsterbach, 9.Oktober 2015. Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus im Forum Flughafen und Region beginnt mit der Einrichtung und langfristigen Durchführung eines Sozialmonitorings im Rhein-Main-Gebiet. In einem dreijährigen Projekt wird zunächst der Stand der sozialräumlichen und sozioökonomischen Entwicklung der Gemeinden rings um den Flughafen Frankfurt detailliert untersucht. Auf dieser Basis wird ein Konzept für die sich anschließende langfristige sozialräumliche Beobachtung erstellt. Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus hat eigens für dieses Projekt eine neue Stelle geschaffen und konnte diese mit einem erfahrenen Wissenschaftler aus dem Fachgebiet besetzen.


    „Ich freue mich sehr, dass wir nun neben dem Fluglärmmonitoring, dem Umweltmonitoring und der Lärmwirkungsstudie NORAH ein weiteres für die Region und seine Bewohner wichtiges Thema angehen können. Uns erreichen immer wieder Anfragen zum Thema Sozialstruktur und welchen Einfluss der Flughafen auf die Sozialstruktur hat.“, so Günter Lanz, Geschäftsführer des Umwelt- und Nachbarschaftshauses. „Mit der nun begonnen Arbeit werden wir auch in dieser Fragestellung fachlich fundierte und qualitätsgesicherte Ergebnisse erhalten.“

     

    Aktuelles Monitoring geht deutlich über Pilotstudie des RDF hinaus

    Das Regionale Dialogforum (RDF) befasste sich seit dem Jahr 2001 mit der Aufgabe, den Einfluss des Flughafens Frankfurt auf die Sozialstruktur der umliegenden Gemeinden zu untersuchen. Die im Rahmen des Dialogforums durchgeführte Pilotstudie betrachtete deshalb vor allem die unmittelbaren Auswirkungen des Fluglärms auf die sozialräumliche Entwicklung in fünf ausgewählten Gemeinden. Gegenüber der Pilotstudie des Regionalen Dialogforums legt das Umwelt- und Nachbarschaftshaus nun ein wesentlich größeres Untersuchungsgebiet zugrunde, das deutlich mehr Gemeinden einschließt. Darüber hinaus sollen die spezifischen Entwicklungen der einzelnen Gemeinden in den sozialstrukturellen und ökonomischen Zusammenhang der Metropolregion eingeordnet werden. Ziel ist es, den ganz unterschiedlichen  sozialräumlichen Prozessen Rechnung zu tragen, besondere Belastungen zu identifizieren und positive Potenziale zu würdigen. Neben den Experten der regionalen Planungsverbünde, der Fraport AG und externen Fachwissenschaftlern sind die Gemeinden die wichtigsten Ansprechpartner des anlaufenden Sozialmonitorings. Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus freut sich auf die Zusammenarbeit.

     

    Weitere Informationen

    www.umwelthaus.org  |  Gemeinnützige Umwelthaus GmbH 
    Ansprechpartner: Henrik Gasmus  |  T +49 (0) 6107-98868-0

    henrik.gasmus@umwelthaus.org

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Lärmpausen: Monitoring und „Prognose“

Ab dem 23.04.2015 werden die Lärmpausen im Probebetrieb geflogen. Verfolgen Sie die tatsächlich realisierten Lärmpausen vom Vortag und schauen Sie sich die Prognose für den nächsten Tag an.

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Im Fokus der ICANA 2015 stand die Lärmwirkungsstudie NORAH.

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