Monitoring der Luftschadstoffe

Der Flugverkehr am Flughafen Frankfurt/Main verursacht nicht nur Fluglärm, auch Schadstoffe werden durch ein Flugzeug - genauso wie von anderen Verkehrsmitteln mit Verbrennungsmotor – in die Luft gebracht. Nach Inbetriebnahme der Landebahn Nord-West im Oktober 2011 sind in der Öffentlichkeit vermehrt Befürchtungen über erhöhte Schadstoffgehalte in der Luft artikuliert worden.

Das UNH griff diese Befürchtungen auf und lässt die damit zusammenhängenden Fragen nach fachlich anerkannten Standards und Methoden untersuchen. Ziel ist es, die Aussagen und Befürchtungen über eine möglicherweise erhöhte Belastung mit fundierten Messungen und Auswertungen zu überprüfen. Um festzustellen, ob die vorzufindenden Schadstoffkonzentrationen den zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgelegten Grenzwerten genügen, müssen langfristige Messungen durchgeführt werden. Zur Erfassung der Luftschadstoffkonzentration ausgewählter Schadstoffe wird seit 2012 ein technisches Messprogramm durchgeführt. Um die Imissionswirkung luftgetragener Schadstoffe auf die Umwelt zu untersuchen existiert seit 2007 ein Biomonitoring-Programm auf Basis von Flechten als Bioindikatoren.

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Zu den Monitorings

Per Klick auf einen der folgenden Buttons gelangen Sie zur Erläuterung und zu den bisherigen Ergebnissen des jeweiligen Monitorings:

Mobile Luftmessstation

Flechtenkartierung

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Häufig gestellte Fragen

Im Folgenden finden Sie Antworten auf Fragen, die häufig im Zusammenhang mit Luftschadstoffen und/oder dem Flugbetrieb gestellt werden.

Welche Stoffe werden bei der Verbrennung von Kerosin emittiert?

Je Kilogramm verbranntes (oxidiertes) Kerosin entstehen durchschnittlich:
(verbrauchsspezifischer Emissionsindex)

Kohlendioxid (CO2)
Entstehungsmenge: 3150 g/kg

Wasserdampf (H2O)
Entstehungsmenge: 1240 g/kg

Stickoxide (NOx)
Entstehungsmenge: 6 – 16 g/kg

Kohlenmonoxid (CO)
Entstehungsmenge: 0,7 – 2,5 g/kg

Kohlenwasserstoffe (HC)
Entstehungsmenge: 0,1 – 0,7 g/kg

Schwefeldioxid (SO2)
Entstehungsmenge: 0,418 g/kg

Partikel
Entstehungsmenge: 0,038 g/kg


Quelle: UBA-Forschungsbericht 296 41 838



Welche Grenzwerte gibt es?

Nach Überarbeitung der Europäischen Luftqualitätsgesetzgebung verabschiedete die Europäische Union im Jahr 2008 eine neue „Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft in Europa“ (2008/50/EG). In Deutschland wurde diese Richtlinie über eine Novellierung des Bundes-Imissionsschutzgesetzes und Verabschiedung einer „Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen“(39. BImSchV) in nationales Recht umgesetzt.

Die Grenzwerte im Detail können Sie auf der Internetseite des HLNUG einsehen.

Was hat es mit dem sogenannten "Fuel Dumping" auf sich?

Häufig wird gefragt, ob Flugzeuge Kerosin ablassen. Dazu ist festzustellen, dass es nicht die Regel ist, dass Flugzeuge Treibstoff ablassen, dies ist schon alleine rein ökonomisch (hohe Kerosinpreise) für die Airlines nicht sinnvoll.  Viele Flugzeugtypen haben darüber hinaus überhaupt keine technischen Möglichkeiten mehr, Kerosin "abzulassen". Maschinen lassen nur dann Kerosin ab, wenn ihr Gewicht höher ist als es für eine sichere Landung erlaubt ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn kurz nach dem Start - noch vollbeladen -  wieder gelandet werden muss (z.B. bei einem technischen oder medizinischen Notfall). Dies kommt allerdings sehr selten vor, die Maschine wird dann zunächst hoch über ein nicht besiedeltes Gebiet geführt, wo es das Kerosin ablassen kann. Aufgrund der Verdünnung des Kerosins in der Luft (Verdunstung, Verwirbelung), gehen Experten davon aus, dass am Boden nur mit geringen Auswirkungen zu rechnen ist.

Siehe zu dem Thema auch den Artikel über den Flughafen Zürich unter Downloads.

Erhebt auch die Fraport AG Daten zu Luftschadstoffen?

Die Fraport AG betreibt auf dem Gelände des Flughafens eigene Luftmessstationen. Die Ergebnisse dieser Messungen werden regelmäßig veröffentlicht und sind auf der Homepage der Fraport AG beziehungsweise in den jährlich veröffentlichten Lufthygienischen Jahresberichten einsehbar.




Links

- Aktuelle Luftwerte für ganz Deutschland auf der Homepage des Umweltbundesamts

- Das Thema Luft auf der Homepage des Umweltbundesamts



Downloads

- Quellenzuordnung für Feinstaub in Hessen: Frankfurt / Main und Kleiner Feldberg, IUTA, Oktober 2009

- Emissionen organisch-chemischer Verbindungen aus zivilen Flugzeugtriebwerken, HLUG, Oktober 1998

- Flugzeuge über Zürich - was kommt von oben runter?, UmweltPraxis, Nr. 37, Mai 2004

- Gutachten Flughafen München, Prof. Dr. Dr. Huber, TU München

- 3 Jahre Schadstoffmessung, Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, März 2016

- Feinstaub – Von grob zu Ultrafein, Umweltbundesamt, März 2016



Dokumente aus der Mediation

- Gutachten Toxikologische Bewertung von organisch-chemischen Triebwerksemissionen (zivile Luftfahrt), Dr. Kruse, Juli 1999

- Qualitätskontrolle des Gutachtens "Toxokologische Bewertung von organisch-chemischen Triebwerksemissionen", 1999

- Toxikologische Beurteilung der Zusatmimmissionen durch eine neue Start- und Landebahn am Frakfurter Flughafen, Institut für Toxikologie Christian Albrechts-Universität Kiel, Dezember 1999

- Stellungnahmen der Qualitätssicherung zum Gutachten "Toxikologische Beurteilung der Zusatzimmissionen durch eine neue Start- und Landebahn am Frankfurter Flughafen, Januar 2000

- Ergebnisse zu Ö9 Humantoxikologische Bewertung der Emissionen, Januar 2000

- Emmissionsprognose Flugverkehr für das Jahr 2015 Flughafen Frankfurt, Januar 2000

- Immissionsberechnung für den Flughafen Frankfurt/Main und das Jahr 1998, September 1999

- Halbjahresbericht TÜV für die Durchführung von Immissionsmessungen bezüglich der Komponente Geruch in der Umgebung des Flughafens Frankfurt/Main, Mai 1999

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