Umweltmonitoring

Unter Umweltmonitoring versteht man die Überwachung von Teilen der Umwelt, indem definierte Merkmale von Indikatoren wiederholt erfasst werden. Indikatoren sind beispielsweise geeignete Vertreter der Artenvielfalt, der Biotope oder abiotische Eigenschaften.

Die Umwelt befindet sich in einem Gleichgewichtszustand. Belastungen wie Lebensraumzerstörungen und Schadstoffeinträge können ab einem bestimmten Grad zu irreversiblen Schäden an Tier- und Pflanzengesellschaften und dadurch zu einer schweren Beeinträchtigung von Ökosystemen führen und den Gleichgewichtszustand stören. Dies kann wiederum zur Folge haben, dass auch das menschliche Lebensumfeld in seiner Qualität nachteilig beeinflusst wird. Um negative Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten, ist es notwendig, die Umwelt und Veränderungen in ihr zu beobachten. Dies geschieht im Rahmen von Umweltmonitorings.

Ein Monitoring setzt sich aus drei Elementen zusammen. Erstens der Beobachtung der Faktoren, die auf die natürliche Umwelt und deren Zustand einwirken, zweitens der Einschätzung und Bewertung des aktuellen Umweltzustandes und drittens einer Prognose des Zustandes der natürlichen Umwelt und der Bewertung des prognostizierten Zustandes.

Beim Umweltmonitoring werden biotische und/oder abiotische Komponenten der Umwelt kontinuierlich oder regelmäßig beobachtet, um schädliche Stoffe (Umweltchemikalien) oder Einflüsse (Stressfaktoren) zu erkennen und zu quantifizieren. Von biologischem Monitoring oder Biomonitoring spricht man, wenn Monitorarten als Bioindikatoren (Zeigerarten oder auch Indikatorarten) eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Arten, deren Vorkommen (auch in Bezug auf Häufigkeit) oder Fehlen in einem Lebensraum bestimmte Verhältnisse oder Umweltzustände sowie insbesondere durch den Menschen verursachte Stresswirkungen anzeigt. So reagieren Monitoringarten zum Beispiel auf Luft- oder Wasserverschmutzung, Feuchtigkeitsverhältnisse oder den Stickstoffreichtum. Akkumulative Bioindikatoren reichern (Schad)Stoffe an, sensitive Bioindikatoren zeichnen sich durch Wirkung auf Populationseigenschaften (Mortalität, Vitalität) aus. Beispiele für Bioindikation sind der Schadstoffgehalt von Vogeleiern, der Nähr- und Schadstoffgehalt von Grünkohlexponaten, das Flechtenvorkommen zur Beschreibung der Luftqualität oder das Artenspektrum und der Zustand wirbelloser Wassertiere.

Die messtechnische Erfassung von abiotischen Stoffen wird als chemisches Monitoring bezeichnet. Hierunter fallen zum Beispiel die Messung von Schadstoffen in der Luft, im Wasser oder im Boden.

 

 

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Warum betreibt das UNH Umweltmonitoring?

Der Ausbau des Frankfurter Flughafens auf Basis des Planfeststellungsbeschlusses vom 18.12.2007 stellt eine gewichtige Beeinträchtigung der Umwelt in all ihren Bereichen dar. Das gesamte Vorhaben der Flughafenerweiterung nahm 718 ha Fläche in Anspruch; darunter 282 ha gerodeter Wald und rund 300 ha Neuversiegelung. Hinzu kommen eine Zunahme der Geräusch- und Schadstoffemissionen, Veränderungen der Geländemorphologie, Eingriffe ins Grundwasser sowie Zerschneidung und Verinselung der Landschaft.

Angesichts der erheblichen Eingriffe stellte sich die berechtigte Frage, wie die Natur mit all den Lebensraumverlusten, Störungen sowie Beeinträchtigungen zurechtkommt und welche Veränderungen sich ergeben. Wie wirkt sich die Lebensraumzerschneidung auf die Tiere im Kelsterbacher Wald aus? Sind die verbleibenden Habitatinseln ausreichend groß für den Erhalt von Arten? Gehen Arten verloren? Sind Veränderungen in Lebensgemeinschaften zu beobachten?
Darüber hinaus wurden mit Eröffnung der Landebahn Nordwest im Oktober 2011 die Stimmen besorgter Bürger, die eine Belastung der Gebiete unterhalb der neuen Einflugschneisen mit Luftschadstoffen fürchteten, lauter.

Bereits das Regionale Dialogforum (2000 - 2008) setzte sich mit den Auswirkungen der Flughafenerweiterung auf die umliegende Umwelt auseinander und leitete die ersten Schritte für ein unabhängiges Umweltmonitoring in die Wege. Mit Beendigung des Regionalen Dialogforums im Juni 2008 wurde das bis dahin erarbeitete Konzept für ein Umweltmonitoring zur endgültigen Umsetzung an das UNH übergeben. Um Antworten auf Fragen bezüglich der Umweltauswirkungen der Flughafenerweiterung zu finden und Bedenken bezüglich der lufthygienischen Situation zu prüfen führt das UNH, in seiner Aufgabe als allparteiliches Organ, seit 2009 unabhängige Umweltbeobachtungen rund um den Frankfurter Flughafen mit Fokus auf der neuen Landebahn Nordwest durch.

Was untersucht das UNH?

Seit dem Jahr 2009 lässt das UNH durch das Forschungsinstitut Senckenberg anhand ausgewählter Artengruppen die Tierwelt rund um die Landebahn Nordwest untersuchen. Im Fokus stehen dabei die artenreiche Gruppe der Wirbellosen, innerhalb welcher die Libellen nochmals gesondert betrachtet werden, sowie der Springfrosch als Leitart für die Amphibienfauna.

Im Jahr 2009 beauftragte das UNH das Forschungsinstitut Senckenberg darüber hinaus mit einer Biotoptypenkartierung im Umfeld des Frankfurter Flughafens, um die Lebensraumausstattung rund um den Flughafen zu erfassen.

Bezüglich der lufthygienischen Situation griff das UNH die im Zuge des Regionalen Dialogforums bereits geknüpfte Kooperation mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie sowie der Technischen Hochschule Mittelhessen wieder auf. Im Rahmen dieser wurde eine mobile Luftmessstation realisiert, die seit 2012 jeweils für ein Jahr die Luftschadstoffe unterhalb der verschiedenen Einflug-/Ausflugschneisen misst. Darüber hinaus wurde die immissionsbezogene Flechtenkartierung auf der Dauerbeobachtungsfläche Flughafen zur Beurteilung der lufthygienischen Situation im Jahr 2012 weiter fortgeführt und wird alle 5 Jahre wiederholt.

Was geschieht mit den Ergebnissen?

Die im Rahmen des Umweltmonitorings des Umwelt- und Nachbarschaftshauses gewonnenen Ergebnisse werden den Gremien des Forums Flughafen und Region vorgestellt und dort bei Bedarf diskutiert. Darüber hinaus werden die Ergebnisse über die Homepage des Forums Flughafen und Region, Berichte und eine interaktive Karte für die Öffentlichkeit aufbereitet und dieser zugänglich gemacht.

Gesamt- und Kurzbericht

Das Umweltmonitoring im Überblick zum Download:

Gesamtbericht (PDF, 8,3 MB)

Kurzbericht (PDF, 2,3 MB)

Informationszentrum

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