Was heißt Sozialmonitoring?

Flugzeug über LKWs
Wie weit hängen Wertschöpfung, Beschäftigung und Steueraufkommen direkt und indirekt vom Flughafen ab? // Quelle: Albrecht Schlotter

In einem Monitoring werden Daten zu Themen oder Handlungsfeldern regelmäßig erfasst oder erhoben, analysiert und ausgewertet. Entscheidend ist, dass die Beobachtung über einen längeren Zeitraum und regelmäßig durchgeführt wird; denn erst daraus lassen sich Veränderungen und Entwicklungstendenzen ableiten. Anhand eines Monitorings kann zum Beispiel der Erfolg oder Misserfolg einer Maßnahme oder eines Projektes erfasst werden.

Bei einem Sozialmonitoring geht es um die Beobachtung von Siedlungsgebieten anhand einer begrenzten Anzahl von Indikatoren. In den zu untersuchenden Gebieten zeigt es Zustände im Zeitverlauf, indem es Daten erfasst, bereitstellt und bewertet. Das Sozialmonitoring ist ein Instrument moderner kommunaler Sozialplanung, das Transparenz fördert und die Entscheidungsgrundlagen kommunaler Sozialpolitik und Stadtentwicklungsplanung verbessert.

Die kreisfreien Städte der Region nutzen bereits innerstädtische Monitoring-Verfahren. Die Metropolregion FrankfurtRheinMain führt ein Monitoring für Städte und Kreise durch; doch eine regionale Beobachtung von Gemeinden und Teilgebieten mit dem Schwerpunkt auf dem Einfluss des Flughafens und nach einem gemeinsamen regionalen Ansatz gibt es bisher nicht.


Das Vorhaben

Von Dezember 2016 bis August 2018 wird ein Konzept für das Sozialmonitoring entwickelt, und alle Arbeitsschritte eines Monitorings werden durchlaufen und geprüft. Dazu gehört auch die Prüfung einer Vielzahl von Daten, aus denen schrittweise eine kleine Zahl aussagekräftiger Indikatoren ausgewählt wird. Wenn diese Daten auf Städte- und Gemeindeebene und für kleinere Teilgebiete aufbereitet sind, kann entschieden werden, in welchem Umfang eine solche Dauerbeobachtung der Flughafenregion sinnvoll ist. Erst dann lassen sich Flughafeneffekte vergleichend identifizieren.

Was wird untersucht?

Das Sozialmonitoring soll zeigen, welche ökonomischen, sozialen und räumlichen Teilhabebedingungen die einbezogenen Gebiete der Bevölkerung bieten und wie der Flughafen diese Strukturen beeinflusst. Berücksichtigt werden insbesondere Daten zur

  • Zusammensetzung und Wanderung der Bevölkerung und ihren Haushaltsstrukturen,
  • Wertschöpfung in Städten und Gemeinden nach Branchen,
  • Beschäftigung am Arbeits- und Wohnort nach Branchen und Qualität der Beschäftigung,
  • Sozialstruktur, etwa Einkommen und Bezug von Mindestsicherungsleistungen,
  • Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen,
  • Bebauung und Flächennutzung zum Wohnen sowie
  • zur finanziellen Situation der Kommunen.

Um diese Verhältnisse abzubilden, nutzt das Monitoring vorwiegend Zahlen der amtlichen Statistik und Verwaltungsdaten, die öffentlich zugänglich sind oder für wissenschaftliche Zwecke analysiert werden können. Dazu gehören zum Beispiel Daten der Bundesagentur für Arbeit zu Pendlerbewegungen und Betriebsstätten oder der Gemeindestatistik zu Bevölkerungsstand sowie Zu- und Wegzügen.

Einige Daten werden eigens für das Monitoring erhoben, zum Beispiel durch Befragungen in den Arbeitsstätten am Flughafen und Befragungen von Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Ergebnisse werden mit den bereits im Rahmen des Fluglärm-Monitorings verfügbaren Belastungsdaten verknüpft.


Das Untersuchungsgebiet

Für die verschiedenen Analysen wird der Umkreis des Flughafens enger oder weiter gefasst. Wirtschaftliche Verflechtungen sind auch überregional zu berücksichtigen, Pendlerströme bis in eine Entfernung von 100 Kilometern vom Flughafen. In diesem weiteren Umkreis des Flughafens werden Daten auf Ebene der Städte und Kreise ausgewertet.

Andere Untersuchungen beziehen sich nur auf den engeren Umkreis, etwa auf Städte und Gemeinden des Forums Flughafen und Region. In den Städten und Gemeinden, die aktiv am Monitoring teilnehmen, werden auch kleinere innerstädtische Teilgebiete analysiert. Auf dem Gebiet des Flughafens werden Arbeitsstätten und Arbeitsplätze eigens erfasst.

 

 

Was leistet das Monitoring?

Die Teilgebiete der Flughafenregion sind untereinander wirtschaftlich, sozial und infrastrukturell eng verflochten. Sie unterscheiden sich allerdings nach ihrer Siedlungs- und Bevölkerungsstruktur, nach den typischen Lebenslagen ihrer Wohnbevölkerung, nach den ansässigen Unternehmen und ihrer Wertschöpfung sowie nach Dichte und Qualität der Arbeitsplätze. Zudem gehören sie einer Vielzahl von Verwaltungsgliederungen mit unterschiedlicher Finanzkraft an. Positive Effekte und Belastungen durch den Luftverkehr verteilen sich sehr ungleich auf diese Räume.

Im Rahmen des Sozialmonitorings müssen viele Daten aufbereitet werden, um die Auswirkungen des Flughafens auf diese Verteilung von anderen sozialen oder wirtschaftlichen Effekten abgrenzen zu können. In einer Zusammenschau entsteht ein Datensatz, den es in dieser Tiefe und Breite bisher nicht gegeben hat. Für die Städte, die bereits Daten zu innerstädtischen Teilgebieten analysieren, endet die Beobachtung nicht mehr an der Stadtgrenze. Gemeinden der Umlandkreise erhalten Anschluss an ein sozialräumliches Monitoring der ganzen Region.


Individuelle Dossiers für teilnehmende Gemeinden

Das Monitoring-Team stellt die Daten in einer Datenbank zur Verfügung, bereitet sie in Gemeindedossiers auf und macht sie in Zeitreihen, Tabellen und Karten online und interaktiv verfügbar. Es setzt Indikatoren zueinander in Beziehung und beschreibt Gemeinden und Teilgebiete nach gemeinsamen sozioökonomischen Kriterien. Darüber hinaus gibt es Hinweise zur Interpretation der Daten.

Anstoß für das Monitoring gab die konfliktreiche Beziehung des Flughafens zu seinem dicht besiedelten Umfeld. Deshalb soll es insbesondere untersuchen, wie der Flughafen auf sein Umland wirkt. Die Gemeinden, die am Monitoring teilnehmen, erhalten hierzu Daten: Wieweit hängen Wertschöpfung, Beschäftigung und Steueraufkommen direkt und indirekt vom Flughafen ab, und wie bedeutend sind diese Effekte im Vergleich zu denen anderer, ebenfalls untereinander vernetzter Industrie- und Dienstleistungsbranchen? Welchen Einfluss hat die Nähe zum Flughafen auf die Lebensqualität und auf die Wohnortwahl von Bevölkerungsgruppen? Diese Daten werden Konflikte um die Entwicklung des Flughafens und die Belastungsgrenzen der Region nicht entscheiden können, aber eine gesicherte Informationsgrundlage bieten, die auch im Streit um Schlussfolgerungen nicht wieder infrage gestellt werden kann. Indem es Städten und Gemeinden valide sozioökonomische Daten bietet, zeichnet es ein umfassendes Bild der sozioökonomischen Teilhabebedingungen und der Muster sozialer Segregation.



 

 

Weitere Informationen

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Broschüre

Teaser Broschüre Sozialmonitoring

Das Sozialmonitoring im Überblick.

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