Module

Die Entwicklung des Sozialmonitorings ist in mehreren Modulen organisiert, die teils parallel, teils nacheinander bearbeitet werden.

Module zur Entwicklung des Sozialmonitorings

Modul 1: Arbeitsmarktliche Verflechtung,
Branchenstruktur

Zentrale Fragestellungen:

  • Wie entwickeln sich Angebot und Nachfrage am regionalen Arbeitsmarkt?
  • Welche Branchen haben daran welchen Anteil?
  • Wie verteilen sich die Lohneinkommen, die am Arbeitsort erzielt werden, in der Region?
  • Wo arbeiten und wohnen die Beschäftigten?
  • An welche Wohnorte fließen die Lohneinkommen, und inwiefern beeinflusst dies Teilhabebedingungen?

 

Analysierte Daten (Auswahl):

  • Pendlersaldo und gerichtete Pendlerströme
  • Struktur der sozialversicherungspflichtigen und geringfügigen Beschäftigung nach Branchen, Qualifikation, Vollzeit/Teilzeit und Entgeltgruppen

 

Bestimmung der

  • Pendlerverflechtungen in der Region
  • Struktur und Dynamik des regionalen Arbeitsmarkts
  • Zusammensetzung und Entwicklung der Erwerbsbevölkerung

Modul 2: Beschäftigung, Wertschöpfung,
Arbeitsstätten(erhebung)

Gepäckförderband
Das Monitoring-Team führt eine Arbeitsstättenerhebung auf dem Flughafengebiet durch. // Quelle: Fraport AG/Fototeam Stefan Rebscher

Zentrale Fragestellungen:

  • Welche Branchen haben für die Städte und Gemeinden der Region überdurchschnittliche Bedeutung?
  • Wie sind die Branchen miteinander verflochten?
  • Wo konzentrieren sich wichtige Wirtschaftszweige im Rhein-Main-Gebiet, und welche Produktionsnetzwerke bilden sie?
  • Wie verhält sich der Flughafen in diesem Gefüge?

                                                         

Analysierte Daten (Auswahl):

  • Bruttoinlandsprodukt (BIP)
  • Gewerbesteueraufkommen
  • Arbeitsstättenerhebung (siehe unten)

 

Bestimmung der

  • Betriebsstätten, ihrer Branchenzugehörigkeit, der Zusammensetzung ihrer Beschäftigten und ihrer Verflechtungen
  • größten und stark vom Flughafen abhängigen („flughafenaffinen“) Branchen sowie ihrer Entwicklung über einen längeren Zeitraum
  • Beiträge dieser Branchen zur Beschäftigungsentwicklung und Einordnung in die Branchenstruktur der Region

 

Bisher führte die Fraport AG auf dem Gebiet des Flughafens jährlich eine eigene Arbeitsstättenerhebung durch. 2017 beteiligt sich das UNH an der Erhebung. Das Monitoring-Team bringt eigene Fragestellungen in die Erhebung ein und spricht selbst insbesondere diejenigen Betriebe des Frankfurter Flughafens intensiv an, die bislang nicht an der Befragung teilgenommen haben.

Modul 3: Sozioökonomische Teilhabe/
Kommunale Finanzen

Fußgängerzone
Teilhabemöglichkeiten und Einkommensverteilung in der Region stehen im Zentrum von Modul 3. // Quelle: Jorg Hackemann/Shutterstock

Zentrale Fragestellungen:

  • Welche Teilhabemöglichkeiten und -risiken der Erwerbsbeteiligung bieten Gemeinden und Gemeindeteile in der Region?
  • Wie unterscheiden sich Teilgebiete nach der sozialen Zusammensetzung (Segregation) ihrer Bevölkerung?
  • Gibt es eine Polarisierung in der Einkommensverteilung?
  • Welche Kaufkraft haben die Haushalte in der Region?
  • Wie stellt sich der kommunale Grundstücks- und Immobilienmarkt dar?
  • Wie entwickeln sich die Finanzkraft der Gemeinden und ihre sozialen Leistungen?

 

Analysierte Daten (Auswahl):

  • Erwerbstätigkeit, Arbeitslose beziehungsweise Unterbeschäftigung
  • Bezug von Mindestsicherungsleistungen
  • Haushaltsnettoeinkommen und Kaufkraft
  • Bodenrichtwerte sowie wohnungsbezogene Miet- und Kaufpreise (in Verbindung mit der regionalen Lärmbelastung)

 

Bestimmung der

  • sozialen Zusammensetzung (Segregation) der Wohnbevölkerung in Gemeinden und Gemeindeteilen

Modul 4: Sozialdemografie/Bildungsteilhabe

Zentrale Fragestellungen:

  • Wie verändert sich die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung durch Zu- und Wegzüge?
  • Wie sehen die Haushaltsstrukturen nach soziodemografischen Merkmalen aus?
  • Wie unterscheiden sich Wohnorte nach der Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen?

 

Analysierte Daten (Auswahl):

  • Daten zu Wanderungsbewegungen (Zu-/Abwanderung)
  • Haushalte nach Größe, Familientyp, Migrationshintergrund
  • Schulbesuch nach Schulformen, Übergänge in weiterführende Schulen

 

Bestimmung der

  • Einflüsse auf die Wohnortwahl von Haushalten
  • Veränderungen in der sozialen Zusammensetzung der Bevölkerung (Segregation) durch sozial selektive Zu- und Wegzüge

Modul 5: Sozioökonomische Gebietstypisierung

Nach Auswertung der Daten aus den Modulen 1 bis 4 werden von den beteiligten Städten und Gemeinden statistische Gebietsabgrenzungen übernommen, um kleinere Teilgebiete analysieren zu können. Das sind zum Beispiel statistische Bezirke. Ziel ist es, sozialräumliche Siedlungsstrukturen in der Region um den Flughafen darzustellen.

Das Monitoring-Team wählt Daten, die Unterschiede zwischen Teilgebieten besonders gut abbilden, als Indikatoren aus. Anhand dieser Indikatoren werden möglichst homogene Gruppen („Gebietstypen“) gebildet. Für diese Gebiete werden die Ergebnisse des Sozialmonitorings mit Daten zum Grad der Lärmbelastung aus der NORAH-Studie zusammengeführt.

Die Ergebnisse zeigen, ob sich Lärmbelastung und benachteiligte sozioökonomische Lebenslagen in den gleichen Gebieten konzentrieren oder unabhängig voneinander verteilen. In den so typisierten Gebieten werden später Bewohnerinnen und Bewohnern zu ihrer Lebensqualität interviewt (Modul 7).

Modul 6: Vertiefende sozialräumliche Analysen
in ausgewählten Gebieten

In einer „Feldphase“ finden Expertengespräche mit den ins Monitoring einbezogenen Kommunen und Gemeinden insbesondere über die Daten zu innerstädtischen Teilgebieten statt. In dieser vertiefenden Untersuchung vergleicht das Monitoring-Team seine statistischen Gebietsbeschreibungen mit Wahrnehmungen und Einschätzungen vor Ort. Hierbei werden auch vorliegende Gebietstypisierungen der Kommunalstatistik oder der Sozialplanung sowie Quartiersbeschreibungen, etwa im Zusammenhang mit Maßnahmen sozialer Stadtteilentwicklung, berücksichtigt.

In einem nächsten Schritt werden in den Teilgebieten, die für die Einzelinterviews in Modul 7 vorgesehen sind, eine Reihe von Gruppengesprächen – sogenannte Fokusgruppen – mit ausgewählten Personen durchgeführt. In diesen Runden sollen die gewählten Erhebungsinstrumente überprüft werden: 

 

  • Stimmen die Annahmen über Zusammenhänge, die der Indikatorauswahl für das Monitoring zugrunde lagen?
  • Wurden die Gebietstypen richtig interpretiert?
  • Sind die Leitfäden und Interviewfragen für die qualitative Befragung von Bewohnerinnen und Bewohnern in Modul 7 geeignet?

Modul 7: Interviews mit Bewohnerinnen und
Bewohnern in ausgewählten Gebieten

Interview
In den Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern geht es vor allem um Lebensqualität. // Quelle: squidmanexe/Shutterstock

Um die Auswirkungen der Siedlungsmuster und der Luftverkehrsanbindung auf die Lebensqualität der Menschen im Monitoring-Gebiet zu erfassen, führen die wissenschaftlichen Institute bis zu 200 Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern durch. Hierfür werden Teilgebiete ausgewählt, die die verschiedenen sozioökonomischen Gebietstypen repräsentieren, sich aber in ihrer Lärmbelastung unterscheiden.

Befragung zur Lebensqualität der Wohnbevölkerung

Zum einen soll damit das Expertenwissen der Kommunen aus Modul 6 zur Typisierung der Gebiete vertieft werden. Zum anderen erfasst das Monitoring-Team dabei, inwieweit die sozioökonomische Teilhabe und Lebensqualität der Wohnbevölkerung von individuellen und sozialräumlichen Bedingungen abhängen.

Also: Welchen Einfluss haben sozioökonomische Faktoren, der Flughafen und die Gebietseigenschaften für die Teilhabe von Personen und Haushalten? Wovon hängen Entscheidungen für oder gegen einen Wohnort ab? Das Monitoring-Team fragt unter anderem nach der Wahrnehmung des Flughafens und des Fluglärms, nach der wahrgenommenen Lebensqualität, nach Motiven der Wohnortwahl und Abwanderungsabsichten.

„Wir haben uns bewusst für eine qualitative Befragung entschieden, da beim Aufbau des Monitorings viele offene Fragen zu klären sind“, erklärt Dr. Peter Bartelheimer. „Wir müssen mehr wissen, um entscheiden zu können, wo eine größere, standardisierte Umfrage mehr Klarheit schaffen würde und wie dafür gefragt werden müsste.“

Modul 8: Projektmanagement und Kommunikation

Einige Aufgaben begleiten das Sozialmonitoring während der gesamten Aufbauphase. Dazu gehört zum Beispiel, partnerschaftlich mit den Kommunen zu kooperieren, die Arbeit zu koordinieren und regelmäßig sowie transparent über die Entwicklung zu informieren. Im Rahmen von Modul 8 finden kontinuierlich Treffen und Workshops mit dem „Arbeitskreis Sozialmonitoring“, kommunalen Vertreterinnen und Vertretern sowie Expertinnen und Experten statt. Zwischenergebnisse aus den Modulen 1 bis 7 werden projektbegleitend zusammengeführt.

Monitoring soll verständlich und nützlich sein

Auch das Datenschutzkonzept sowie die Einrichtung einer Datenbank und des Geografischen Informationssystems (GIS) sind in Modul 8 verortet: Alle Daten werden möglichst kleinräumig dem Ort zugeordnet, auf den sie sich beziehen. So entstehen Karten, die die Verteilung von Sozialstrukturen im Raum darstellen. Die Gebietsabgrenzungen müssen mit den beteiligten Kommunen abgestimmt werden.

Wer sich für bestimmte Ergebnisse interessiert, soll sich Daten nach Möglichkeit im Internet interaktiv zusammenstellen können.

„Mit dem Begriff Nachhaltigkeit lässt sich das Ziel der Aktivitäten in Modul 8 gut zusammenfassen“, stellt Henrik Gasmus vom Umwelthaus fest. „Wir verstehen darunter nicht nur, dass das Monitoring verstetigt und wiederholbar wird. Es soll auch für die regionalen Akteure – allen voran die Kommunen – einfach erreichbar, verständlich und nützlich sein.“

 

 

Weitere Informationen

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Teaser Broschüre Sozialmonitoring

Das Sozialmonitoring im Überblick.

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