Wer weit fliegen muss soll hoch fliegen! 14.11.2011
Auf der ersten Arbeitssitzung der Task Force Flugwegoptimierung, die auf Einladung des hessischen Wirtschaftsministers Posch im hessischen Wirtschaftsministerium in Wiesbaden stattfand, konnte ein anspruchsvolles Arbeitsprogramm diskutiert und verabschiedet werden.
Das Vorgehen bei der Umsetzung der einzelnen Arbeitspakete wurde so festgelegt, dass nach relativ kurzer Zeit bereits erkennbar sein wird, ob bereits erste Schritten zur Umsetzung getroffen werden können.
Entsprechend dem vom Koordinierungsrat des Forum Flughafen und Region (FFR) formulierten Auftrag sollen alle Möglichkeiten der kurzfristigen Optimierung des vorhandenen Systems von An- und Abflugverfahren sowie Routen geprüft und soweit möglich ausgeschöpft werden.
Die Task Force konzentriert sich dabei zunächst auf die Vorschläge, die im laufenden Betrieb ohne Genehmigungsverfahren umgesetzt werden könnten.
„Wer weit fliegen muss soll hoch fliegen“ ist eine der Kernbotschaften der Task Force aus der ersten Sitzung.
„Ich bin sehr zufrieden mit den eingegangenen Vorschlägen der verschiedenen Teilnehmer in der Task Force. Wir haben damit ein Paket an Maßnahmen zu bearbeiten, das sich nicht allein auf einzelne Aspekte des An- und Abfluges in Frankfurt beschränkt. Besonders erfreulich ist, dass die Deutsche Flugsicherung die Task Force zur Chefsache gemacht hat und genauso wie die Landesregierung diese mit den ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unterstützt“ zieht Günter Lanz, Vorsitzender der Task Force ein erstes Resümee.
Eingegangen sind Vorschläge zur Veränderung von Anflugverfahren mit dem Ziel, die Flughöhen zu steigern, die Verfahren selbst lärmarmer zu gestalten, neue Abflugverfahren zu erproben und organisatorische Verbesserungen vorzunehmen, die ebenfalls letztlich zu einer Lärmminderung führen können.
Nicht nur kurzfristig wirkende Maßnahmen stehen auf der Tagesordnung, mit der von der DFS beigetragenen Synopse der Aktivitäten auf europäischer wie internationaler Ebene
kommen auch völlig neue Verfahren in die Diskussion, die längerfristig grundsätzliche Strukturveränderungen mit weitreichenden Konsequenzen haben können. Besonderes Augenmerk erhielt dabei ein grundlegend neues Verfahrenskonzept mit Namen „Point Merge“, an dessen Umsetzung für den Einsatz in der Bundesrepublik die DFS bereits seit einigen Jahren forscht. Dieses wird weltweit bislang nur am Flughafen in Oslo angewendet. Inwieweit dieses Konzept für einen Weltflughafen wie Frankfurt in einem der komplexesten Lufträume der Welt zum Einsatz kommen kann, wird die weitere Entwicklung zeigen.
Ebenso diskutiert werden neue Startverfahren mit kontinuierlichem Steigflug, die unter den Namen Continous Climb Departure oder Continuos Climb Operations in Zukunft stärker im Fokus stehen.
Wie der Vorsitzende Günter Lanz in der Sitzung feststellte, ist jedoch letztlich keiner der genannten Punkte für Schnellschüsse geeignet.
„Die Situation in Frankfurt ist bekanntermaßen äußerst komplex. Allein die hohe Verkehrsdichte in Verbindung mit der absoluten Priorität auf Sicherheit bedingt, dass jeder Vorschlag sorgfältig geprüft und in seinen Wechselwirkungen mit dem Gesamtsystem analysiert und bewertet werden muss. Alle Veränderungen in Frankfurt müssen beispielsweise im Rahmen der Harmonisierung des Europäischen Luftraums betrachtet werden, an dem die DFS eng zusammen mit den Beneluxstaaten, Frankreich und der Schweiz arbeitet. Uns allen in der Task Force ist bewusst, dass die Erwartungshaltung im Hinblick auf schnelle Lösungen und Abhilfe der drängenden Probleme hoch ist. Es ist jedoch letztlich niemandem geholfen, wenn zu kurzfristig gedachte Optimierungen dann wieder zurückgenommen werden müssten“ warnte Günter Lanz vor voreiligen Hoffnungen, stellte jedoch klar dass gleichwohl schnell und mit hoher Priorität aller Beteiligten gearbeitet werde.
Für die Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet bedeutet die Arbeitsweise der Task Force auch, dass unter Umständen kurzfristig angekündigt neue Verfahren geflogen und ausgetestet würden, um festzustellen, ob dies eine Lärmminderung bringen kann.
Die Task Force wird ihre Arbeiten jetzt noch intensivieren und in diversen Kleingruppen die einzelnen Fragestellungen für die nächste Sitzung, die spätestens Ende Januar stattfinden wird, vorbereiten.
Pressemitteilung als PDF.